unsere Tipps für gemütliche Stunden

 

Die Tage werden länger, die Laune besser und irgendwie sind wir generell wieder motivierter. Der perfekte Zeitpunkt also für unseren Buch- und Filmtipp!

Zunächst einmal haben wir uns endlich das "Antikapitalistische Buch der Mode" von Tansy E. Hoskins gekauft, das 2014 erschienen ist und vor einigen Jahren ins Deutsche übersetzt wurde. Tansy Hoskins kennen einige von Euch möglicherweise als Journalistin beim britischen Guardian, für den sie regelmäßig über die Zusammenhänge von Mode, Kapitalismus und Menschenrechten schreibt. Sie ist darüber hinaus Aktivistin und ihr Wissen über die globalen Problemkonstellationen der Bekleidungsindustrie merkt man ihren Texten an - im positivsten Sinne. 

Das "Antikapitalistische Buch der Mode" versucht nahezu alle Bereiche, in denen Mode eine Rolle spielt, zu vermessen und miteinander in Relation zu setzen. So beginnt Hoskins mit einem Kapitel zum Besitzen von Mode und gelangt dann über Mode-Medien, Logiken des Kaufens, den Zusammenhang von Mode und Körper und die tief rassistischen Dimensionen von Modeproduktion, kultureller Aneignung und globalen Krisen hin zu Möglichkeiten, sich all dem zu entziehen. 

Dass die Trias aus Widerstand, Reformation und schließlich Revolution, die Tansy Hoskins am Ende ihres Buches marxistisch träumen lässt, nicht alle überzeugt, ist völlig selbstverständlich. Dennoch ist ihr Text ein wichtiger und vor allem einer, der mit den Möglichkeiten, die eine nicht-kapitalistische Gesellschaftsform bereithalten kann, zumindest einmal liebäugelt. 

Einen Filmtipp haben wir auch für Euch: Auf ARTE läuft momentan und noch bis Anfang Juni Edouard Perrins "Fast Fashion". Perrin ist, wie Hoskins auch, Journalist und so erzählt er nicht nur eine Geschichte, sondern schaut sich immer wieder an, wie unser Kaufverhalten gelenkt und provoziert wird und warum Mode oftmals tatsächlich 'unwiderstehlich' ist. Das forciert eine Ausdehnung der globalen Käufe, für die wir gleichzeitig immer weniger ausgeben. Das, was wir vermeintlich 'sparen' übersetzt sich aber natürlich an anderen Orten der Welt in Systeme der Ausbeutung, die immer perfider werden.